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Workshop: „20 Jahre Diskurs zu rechtsmotivierten Tötungsdelikten“

28. März um 15:00 bis 19:00

Über das Ausmaß fremdenfeindlicher, rassistischer und rechtsextremer Gewalt in der Bundesrepublik wird mindestens seit den 1990er Jahren kontrovers diskutiert. Besonders standen und stehen hier die Tötungsdelikte im Fokus. Im Verlauf der Debatte wurden die Polizeibehörden mit Problemen polizeilicher Kategorien und Fragen der statistischen Erfassung dieser Delikte konfrontiert. Im September 2001 wurde erstmals eine von Journalist*innen recherchierte Liste von rechten Tötungsdelikten publiziert. Gegenüber den seinerzeit von der Polizei genannten 26 Opfern wurden hier 93 Opfer aufgeführt. Damit sollte das tatsächliche Ausmaß dieser Verbrechen dokumentiert und zugleich die offizielle Darstellung kritisiert werden. Bis heute ist auf Grundlage der regelmäßig aktualisierten Daten die Differenz zwischen polizeilichen und zivilgesellschaftlichen Opferzahlen Anlass für öffentliche Debatten und Auseinandersetzungen.

Neben polizeilicher und zivilgesellschaftlich-journalistischer Expertise wurde auch die Wissenschaft zur Bewertung der unterschiedlichen Zahlen herangezogen. In den vergangenen Jahren sind bislang in fünf Bundesländern Tötungsdelikte aus der Zeit nach 1990 retrospektiv neu gesichtet worden bzw. werden gegenwärtig gesichtet, um ggfs. zu Neubewertungen zu gelangen. Damit existiert nun auch eine sozialwissenschaftlich-kriminologische Expertise. Zeit für eine Zwischenbilanz und die Diskussion der Perspektiven künftiger Forschung.

Der Workshop behandelt u.a. die folgenden Themen:

  • Konzepte von politischer Gewaltkriminalität im historischen Vergleich
  • Methodische Ansätze und Ergebnisse der vorliegenden wissenschaftlichen Reklassifikationen von Tötungsdelikten
  • Öffentliche Kontroversen um die Differenz zwischen zivilgesellschaftlicher und polizeilicher Klassifikation
  • Polizeiliches Erfassungssystem und justizielle Bearbeitung: Welche Rolle spielt die Rechtsprechung bei der Beurteilung rechter Gewalt?

Eine ausführliche Einladung mit dem vollständigen Programm folgt im Februar 2023. Der Workshop wird vorbereitet von: Prof. Dr. Marc Coester, Prof. Dr. Walter Georg Fuchs, Dr. Michael Kohlstruck, Prof. Dr. Christoph Kopke, Felix Lange, M.A., Prof. Dr. Helmut Tausendteufel und Dr. Susanne Willems.

Teilnahme nur in Präsenz möglich!

Details

Datum:
28. März
Zeit:
15:00 bis 19:00

Veranstaltungsort

Forschungsinstitut für Öffentliche & Private Sicherheit (FÖPS Berlin) der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR Berlin)
Alt Friedrichsfelde 60
Berlin, 10315 Deutschland