Gedenkstätte Lindenstraße – die Bedeutung der Werte von Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie der Menschenrechte …

… und deren Zerbrechlichkeit konnten wir während unserer Führung durch die Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam hautnah erfahren. „Ich wohne hier um die Ecke und wusste gar nicht, dass sich hinter dieser wunderschönen Fassade des 1737 errichteten barocken Stadtpalais im holländischen Stil seit 1820 ein Gefängnis befand!“- sagte ein Teilnehmender und war gespannt auf das, was ihn erwarten würde. 

JS erstellt mit ChatGPT

Maria Schultz, Direktorin der Gedenkstätte Lindenstraße, begrüßte uns herzlich, erklärte die Bedeutung und Wirkung sowie die Forschungsarbeit der Gedenkstätte und stellte uns in diesem Zusammenhang Michael Siems vor, der unsere Führung als ‚Leiter Bildung und Vermittlung‘ durchführte.

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04.09.2026 unser Highlight – letzte Führung durch das Bundeskanzlerlamt

Am Freitag, 04.September 2026 besuchten 17 Mitglieder des Bundes ehrenamtlicher Richterinnen und Richter Landesverband Brandenburg und Berlin e.V.

Wir wurden begrüßt von Herrn Köhler vom Bundespresseamt, der uns zwei Stunden durch das Hohe Haus führte.

Nach der Sicherheitskontrolle gingen wir in den Saal, in dem das Bundeskabinett tagt. Vorbei an Vitrinen mit ausgewählten Geschenken für die ehemaligen

Regierungschefs incl. Frau Merkel gelangten wir dann in den Saal für Internationale Konferenzen.

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5. und letzte spannende Führung durch das Kriminalgericht 2026 – wir sehen uns wieder in 2027

5 spannende Führungen mit außergewöhnlichen Einblicken hinter die Kulissen des Kriminalgerichtes liegen hinter uns.

Am 12.08.2026 in der für 2026 letzten angesetzten  Führung begeisterte unser Vorstandsmitglied Volker Schierhorn wieder in ausgebuchter Runde die Teilnehmenden

Welche außergewöhnlichen Highlights gab es diesmal nach der netten Begrüßung durch den Ri AG Herrn Jacobs

  • Besuch des wohltemperierten – technisch hochaufgerüsteten Hochsicherheitsgerichtssaal 142
  • Blick in den geschichtsträchtigen 500er Saal
  • Gespräch mit der Ermittlungsrichterin Frau Yakob – ein lebendiger mit Anekdoten gespickter Vortrag
  • das Fundbüro – mit erstaunlichen noch nicht oder nie mehr abgeholten Sachen
  • und viele weitere Stationen

Vorschläge zur Überbrückung der führungsfreien Zeit:

1. PODCAST der Strafanwaltschaft – Strafstation Berlin

2. Tag der Offenen Tür im Kriminalgericht am 10.10.2026

  • Nachgestellte Hauptverhandlungen: Besucher erleben simuliert, wie ein Gerichtsverfahren abläuft – inklusive typischer Szenarien und auch unruhiger Momente.
  • Wachtmeister-Praxis: Einblicke in Festnahmetechniken und Sicherheitsmaßnahmen.
  • Führungen durch das Gebäude: Architektur, Geschichte und besondere Räume wie Vorführzellen werden gezeigt.
  • Kindgerechte Angebote: Hausführungen für Kinder und Nachgestellte Hauptverhandlungen im Saal 370.
  • Informationsstand: Der Landesverband Brandenburg/Berlin im Bundesverband ehrenamtlicher Richterinnen und Richter bietet Beratung und Austausch.

3. Weihnachtlicher öffentlicher musikalischer Abschluss des Gerichtsjahres im Kriminalgericht am 18.12.2026 um 13 Uhr 

4. ausgewählte veröffentlichte Prozesse  Besuch öffentlicher Verhandlungen  

Ein großer Dank gilt den Mitarbeitern des Kriminalgerichtes, die uns diese Einblicke in Ihre Arbeitswelt ermöglichten. Volker, der mit großem Elan alle Führungen liebevoll mit Enthusiasmus vorbereitet  und inzwischen fast 200 Brandenburger und Berliner Schöffinnen und Schöffen begeisterte.

Ab April 2027 erwarten Sie neue Highlights 

 

Pressemitteilung

Die Vereinigung ehrenamtlicher Richterinnen und Richter e. V. – Landesverband Brandenburg-Berlin verurteilt den Terroranschlag in Berlin auf das Schärfste

Der Bund ehrenamtlicher Richterinnen und Richter e. V. – Landesverband Brandenburg Berlin verfolgt den Terroranschlag in Berlin mit großer Bestürzung und tiefer Betroffenheit.

Unser tief empfundenes Mitgefühl gilt den Angehörigen des verstorbenen Opfers, seinen Freundinnen und Freunden sowie allen Verletzten und den zahlreichen Menschen, die durch dieses erschütternde Ereignis körperlich oder seelisch betroffen sind. Dem Verstorbenen wünschen wir, dass er in Frieden ruhen möge. Seiner Familie sowie der gesamten LSBTIQ+-Community sprechen wir unser aufrichtiges Beileid und unsere uneingeschränkte Solidarität aus.

Wir verurteilen diesen feigen, menschenverachtenden Terroranschlag auf das Schärfste.

Als Bund ehrenamtlicher Richterinnen und Richter fühlen wir uns den Grundwerten des Grundgesetzes in besonderem Maße verpflichtet. Wir stehen uneingeschränkt für die Achtung der Menschenwürde, für Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Freiheit, Gleichberechtigung, Gewaltenteilung und den Schutz der unveräußerlichen Grund- und Menschenrechte.

Der Anschlag richtet sich nicht nur gegen einen einzelnen Menschen. Er ist zugleich ein Angriff auf unsere freiheitliche demokratische Grundordnung, auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt und auf die Werte, die unsere offene Gesellschaft tragen.

Deutschland ist ein Land der Vielfalt. Menschen unterschiedlicher Herkunft, Religion, Weltanschauung, sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität leben hier auf der Grundlage der Verfassung gleichberechtigt zusammen. Diese Vielfalt ist keine Herausforderung, sondern eine Bereicherung und eine der größten Stärken unserer demokratischen Gesellschaft. Wer Menschen aufgrund ihrer Identität, ihrer Überzeugungen oder ihrer Lebensweise angreift, greift die Grundprinzipien unseres Rechtsstaates an.

Gerade deshalb dürfen Hass, Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit niemals Raum gewinnen. Terroristische Gewalt verfolgt das Ziel, Angst zu erzeugen, das Vertrauen in den Rechtsstaat zu erschüttern und unsere Gesellschaft zu spalten. Diesem Ziel dürfen wir niemals nachgeben. Unsere Antwort muss eine wehrhafte Demokratie, ein starker Rechtsstaat und eine solidarische Gesellschaft sein.

Ebenso eindeutig stellen wir fest:

Terror kennt weder Religion noch Nationalität.

Kein Glaube, keine Weltanschauung und keine politische Ideologie dürfen zur Rechtfertigung von Gewalt gegen unschuldige Menschen missbraucht werden. Insbesondere darf der friedliche Islam nicht mit islamistischem Extremismus gleichgesetzt werden. Ebenso entschieden wenden wir uns gegen jede andere Form des Extremismus – unabhängig davon, ob sie religiös, politisch, rechts-, links- oder anderweitig ideologisch motiviert ist. Jede Form extremistischer Gewalt stellt einen Angriff auf die freiheitliche demokratische Grundordnung dar und muss mit den Mitteln des Rechtsstaates konsequent bekämpft werden.

Der Schutz der Bevölkerung gehört zu den zentralen Aufgaben des Staates. Deshalb erwarten wir, dass Sicherheitsbehörden, Justiz und Politik terroristische Gefahren weiterhin mit größter Entschlossenheit begegnen, bestehende Sicherheitskonzepte regelmäßig überprüfen und dort, wo es erforderlich ist, rechtsstaatlich angemessene Maßnahmen weiterentwickeln. Terroristische Netzwerke müssen frühzeitig erkannt, wirksam unterbunden und konsequent strafrechtlich verfolgt werden.

Gleichzeitig darf sich die Antwort auf den Terrorismus nicht allein auf sicherheitspolitische Maßnahmen beschränken. Nachhaltige Sicherheit entsteht ebenso durch Demokratiebildung, Integration, gesellschaftliche Teilhabe, gegenseitigen Respekt, politische Bildung sowie durch eine konsequente Prävention gegen Radikalisierung und jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

Gerade in Zeiten, in denen Extremisten versuchen, unsere Gesellschaft gegeneinander auszuspielen, müssen wir unsere gemeinsamen Werte entschlossener denn je verteidigen. Unsere Antwort auf Hass darf niemals neuer Hass sein. Unsere Antwort sind Rechtsstaatlichkeit, Menschlichkeit, Solidarität und gegenseitiger Respekt.

Insbesondere der LSBTIQ+-Community versichern wir unsere uneingeschränkte Solidarität. Jeder Mensch hat das unveräußerliche Recht, unabhängig von seiner sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität frei, sicher und ohne Angst vor Gewalt, Hass oder Diskriminierung zu leben. Dieses Recht ist nicht verhandelbar und gehört zu den tragenden Säulen unseres demokratischen Rechtsstaates.

Als Bund  ehrenamtlicher Richterinnen und Richter bekräftigen wir unsere Verantwortung, die Grundwerte unserer Verfassung zu schützen und für eine Gesellschaft einzutreten, in der Recht vor Gewalt, Menschlichkeit vor Hass und Demokratie vor Extremismus steht.

Unser aufrichtiger Dank gilt den Einsatzkräften der Polizei, der Feuerwehr, den Rettungsdiensten sowie allen Helferinnen und Helfern, die unter schwierigen Bedingungen schnell und professionell Hilfe geleistet haben.

Unser gemeinsames Zeichen gegen Terror lautet:

Mehr Rechtsstaat. Mehr Demokratie. Mehr Sicherheit. Mehr Menschlichkeit. Mehr Zusammenhalt.

Denn wir sind überzeugt:

Hass wird niemals stärker sein als Menschlichkeit. Gewalt wird niemals stärker sein als das Recht. Terror wird niemals stärker sein als unsere freiheitliche demokratische Grundordnung.

Der Bund ehrenamtlicher Richterinnen und Richter e. V. – Landesverband Brandenburg Berlin steht geschlossen für Demokratie, Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit, Vielfalt und den Schutz aller Menschen – unabhängig von Herkunft, Religion, Weltanschauung, sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität.

Petra Ott
Vorsitzende Bund ehrenamtliche Richterinnen und Richter  e.V. – Landesverband Brandenburg Berlin

Veröffentlicht mit Zustimmung des Landesverbands Hessen 

Rüdiger Georg
Vorsitzender Vereinigung ehrenamtlicher Richterinnen und Richter e. V. – Landesverband Hessen

Matthias Hoffmann
Beisitzer des Vorstandes Hessen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

„FREE – golden fields“ – im Kriminalgericht Moabit

Volker Schierhorn hat sich bei seiner heutigen Führung im Kriminalgericht Moabit selbst übertroffen. 

RiAG Sebastian Jakobs und Volker Schierhorn

Neben dem Besuch einer Verhandlung im legendären Saal 700 bot er ein Telefongespräch mit Ferdi Balci, dem Redakteur der Gefängniszeitschrift „der lichtblick“, die in der JVA Tegel entsteht. Unsere Schöffinnen und Schöffen erhielten Einblicke in die Entstehung einer Zeitschrift „hinter Gittern“ und konnten ihre Fragen an den Redakteur stellen.

„FREE – golden fields“ – eine Kunstinstallation des Berliner Künstlers Winfried Muthesius aus dem Jahre 2019. Im größten Strafgericht Europas installierte er über 100 Kacheln in den Fluren, Sälen und Wartebereichen. Als „Zeichen der Leichtigkeit“ und Reflexion über das Thema „Freiheit“ sollen sie die bedrückende Atmosphäre im Gerichtsgebäude aufhellen. 

Rechtsanwältin Pamela Pabst im Kriminalgericht ©ERS

Ein kurzes Interview mit der blinden Berliner Rechtsanwältin Pamela Pabst (Inspiration für die ARD-Fernsehserie „Die Heiland – wir sind Anwalt“) begeisterte die Schöffengruppe. 

Gänge im Kriminalgericht ©ERS

Am Ende der heutigen Führung könnte man denken, man hätte alle Gänge im Kriminalgericht einmal abgelaufen – weit gefehlt – trotzdem hat die Gruppe einige Kilometer hinter sich gebracht und wurde am Ende mit einem Besuch in der Cafeteria und einem Gruppenfoto belohnt

©ERS