Der Vorstand des Landesverbands Brandenburg/Berlin hat sich in dieser Woche getroffen – mit zwei großen Themen im Gepäck:
der Veranstaltungsplan 2026/2027 und
der offizielle Startschuss für unser Jubiläum „35 Jahre Landesverband“.
Die Planungen für die kommenden Jahre stehen: Fortbildungen, Austauschformate, regionale Treffen – und ab jetzt läuft auch die kreative Phase für unser Jubiläum 2027 an.
Erste Ideen, erste Konzepte, erste Vorfreude.
Krönender Abschluss des Abends: Der gemeinsame Besuch der immersiven Theaterproduktion „The Jury Experience – Der 20‑Millionen‑Dollar‑Raub“. Ein Mix aus Spannung, Humor und Jury‑Feeling – und ein perfekter Ausklang nach einer produktiven Sitzung.
Wir sind gemeinsam in „The Jury Experience – Der 20‑Millionen‑Dollar‑Raub“ gelandet.
Ein Theaterstück, das uns kurz glauben ließ, wir müssten gleich selbst ein Urteil sprechen.
Spannung, Lachen, ein bisschen Nervenkitzel – und niemand musste verhaftet werden.
Ein würdiger Abschluss nach einer Sitzung voller Pläne und Perspektiven.
Fast der gesamte Vorstand genoss den Abend…aber 2 Mitgliedern wünschen wir auch an dieser Stelle gute Genesung.
Wir trauern um Dr. Holger Matthiessen, den ehemaligen Präsidenten des Landgerichts Berlin und des Landgerichts Potsdam
Als Landesverband Brandenburg und Berlin waren wir ihm über viele Jahre eng verbunden – zunächst in Berlin, später in Potsdam.
Dr. Holger Matthiessen war den Schöffinnen und Schöffen stets zugewandt, respektvoll und offen im Austausch.
Er verstand das richterliche Ehrenamt als unverzichtbaren Bestandteil einer bürgernahen Justiz und unterstützte unsere Arbeit kontinuierlich.
Wir verlieren einen wertschätzenden Partner, einen klugen Gesprächspartner und einen Freund des Schöffenwesens. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahestanden.
Bund ehrenamtlicher Richterinnen und Richter
Landesverband Brandenburg und Berlin e.V.
Sebastian Jacobs, Richter am Amtsgericht Tiergarten und Volker Schierhorn (Team Veranstaltungen beim BehR) begrüßten 14 interessierte Schöffinnen und Schöffen zur Führung im Kriminalgericht Moabit, dessen Architektur schon einmal sehr beeindruckt.
Nach einer kurzen Einführung besuchten die Teilnehmenden eine Verhandlung des Jugendgerichts am Amtsgericht Tiergarten. Da die Verhandlung aufgrund fehlender Zeugen unterbrochen werden musste, erlaubte die Richterin, Fragen stellen zu dürfen. Sie erläuterte die Unterscheidung zwischen Jugend- und Erwachsenenstrafrecht. Während im Jugendstrafrecht grundsätzlich der „Erziehungsgedanke“ im Vordergrund stehe, gehe es im Erwachsenenstrafrecht um die Tatschuld und vor allem auch um die Sühne der Tat.
Der obligatorische Besuch der Pressestelle sowie der Staatsanwaltschaft ist fester Bestandteil der Führungen geworden, in dem die Teilnehmenden viele interessante Einblicke erhielten. Der Tipp der Staatsanwaltschaft: „Achten Sie auf Ihre Kontobewegungen. Täter nutzen fremde Konten zur Geldwäsche. Schalten Sie die Polizei ein, sobald ein auffälliger Umsatz auf dem Konto erkennbar ist. Als Kontoinhaber haften Sie!“
Die beeindruckende Poststelle des Kriminalgerichts zeigt, wie viele Postbewegungen täglich zu bewerkstelligen sind. Trotz fortschreitender Digitalisierung nimmt die Papierflut kaum ab. Jedes eingehende Dokument wird handwerklich mit dem Eingangsstempel versehen.
Während der Verhandlungspause wurde ein kurzer Blick in den Schwurgerichtssaal 500 gewährt. Die Eule auf dem Türknauf am Kriminalgericht Berlin, ein kunstvoll gestaltetes Detail aus der wilhelminischen Erbauungszeit (1906) sollte man unbedingt einmal berührt haben. Als traditionelles Symbol der Weisheit und Wachsamkeit soll die Eule die Richterschaft bei der Urteilsfindung mahnen.