Gedenkstätte Lindenstraße – die Bedeutung der Werte von Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sowie der Menschenrechte …

… und deren Zerbrechlichkeit konnten wir während unserer Führung durch die Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam hautnah erfahren. „Ich wohne hier um die Ecke und wusste gar nicht, dass sich hinter dieser wunderschönen Fassade des 1737 errichteten barocken Stadtpalais im holländischen Stil seit 1820 ein Gefängnis befand!“- sagte ein Teilnehmender und war gespannt auf das, was ihn erwarten würde. 

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Maria Schultz, Direktorin der Gedenkstätte Lindenstraße, begrüßte uns herzlich, erklärte die Bedeutung und Wirkung sowie die Forschungsarbeit der Gedenkstätte und stellte uns in diesem Zusammenhang Michael Siems vor, der unsere Führung als ‚Leiter Bildung und Vermittlung‘ durchführte.

Zunächst widmeten wir uns dem Potsdamer „Erbgesundheitsgericht“, welches als eines von mehr als 200 solcher Gerichte im Dritten Reich mehr als 3.300 Zwangssterilisationen im Rahmen des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ anordnete. Die im Gesetz festgelegten Tatbestandsmerkmale machten alleine schon nachdenklich und betroffen.

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Viele Fragen und noch mehr Antworten, die uns Herr Siems gab, ließen uns aufgrund der fortschreitenden Zeit über die Epoche der Nutzung durch den sowjetischen Geheimdienst (NKWD / MGB) in der Zeit von 1945 bis 1952 hinweggehen – direkt zur Nutzung des Gefängnisses durch das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in der Zeit von 1952 bis 1989. Desorientierung, Isolation und permanente Überwachung bestimmten den Tagesablauf der politischen Häftlinge des MfS. Anhand von Einzelschicksalen, die in den einzelnen Hafträumen einsehbar waren, erläuterte uns Herr Siems die Tragik der oft willkürlichen Verhörtaktik zu jeder Tages- und Nachtzeit.

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„BGH“ – „Besonders gesicherter Haftraum“

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Zellenausstattung in den 1980er Jahren – Die Zellen waren allerdings einzeln belegt.

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Für den Freigang standen 5 Zellen zur Verfügung. Gespräche zwischen den Gefangenen waren verboten. Dies durch das über den Zellen wachende Personal streng kontrolliert. wurde.

 

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Zwei Stunden Führung sind nicht ausreichend, um die Gesamtkomplexität dieses Ortes in der Zeitgeschichte zu erfassen. Ein virtueller Rundgang (siehe Link) eröffnet viele Bereiche, die wir bei unserem nächsten Besuch in Augenschein nehmen werden. Das Resümee eines Teilnehmenden war: „Herr Siems hat mit seinem beeindruckenden Fachwissen und der anschaulichen Art, wie er dieses an uns weitergegeben hat, diesen Rundgang zu einem besonderen und bleibenden Ereignis gemacht.“ – Ein herzliches Dankeschön an Maria Schultz und Michael Siems von uns allen!

Gedenkstätte Lindenstrasse

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